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Die Insel

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Inhaltsverzeichnis

Prolog:

Wir befinden uns in einem stillen Fischerörtchen namens Darmling auf dem großen Festland. Zur Landseite erstreckte sich ein großer dichter Wald und eine Wegstunde entfernt der Fuß des Berges Dornhorn. Am Stadtrand erwachte gerade Sven, der Sohn eines Seilers. In seinem kunstlosen Eichenbett hatte ihn ein Lichtstrahl geweckt. Sich die Augen reibend wachte er auf. Noch ganz benebelt döste er weiter vor sich hin, doch diese Stille wurde je von dem Ruf seiner Mutter, Hilde, unterbrochen. Sie stand in der Küche und kratzte ein letztes bisschen Butter aus einem Glas. "Sven!", rief sie, "Sven! Komm runter. Wir müssen gleich auf den Markt." Wie von einem Schlag getroffen, öffnete Sven die Augen und riss die Decke weg. Er hatte fast vergessen, dass heute der große Jahrmarkt war. Schnell schlüpfte er daraufhin in seine Leinenhose, die er mit einer feinen Kordel zusammenband. Er verließ schon das Zimmer als er sein Hemd überstülpte. Er polterte die Treppe runter und fiel fast über sich selbst als er in einer Wende die letzte Treppenstufe passierte, doch konnte er sich am Türrahmen der Küchentür auffangen. Völlig zerzaust betrat er also die Küche, seine Mutter war allerdings mittlerweile in der Vorratskammer. So nutze Sven die Zeit um sich im klaren Wasser der Waschschüssel die Haare zu richten. Danach goss er sich aus der großen Kanne ein wenig Milch in eine Schale. Zusammen mit Haferflocken aß er sie als Frühstück. Nach 5 Minuten betrat seine Mutter die Küche wieder, sie hatte einen kleinen Beutel mitgebracht, auf die Frage hin was dort drin sei antwortete sie nicht und zwinkerte ihm zu. Nachdem er dann das letzte bisschen aus der Schüssel gegessen hatte, brachen die beiden auf. .

So

gingen die beiden die Zupfergasse zum großen Marktplatz entlang. Auf dem Weg trafen sie auf Knut, eine guten Freund von Sven. Auch er wollte zum Marktplatz, so ging er mit Sven und Hilde mit. Als sie nach 200 Metern Fußmarsch die Marktstraße betraten flog ihnen schon die gute Stimmung und die Musik des Festes ins Gesicht. Das Feiern hatte also schon begonnen. Sven verabschiedete sich kurz von seiner Mutter und rannte mit Knut in das wilde Geschehen auf dem Markt. Der alte Ten Taschenhand hatte mal wieder seinen Stand der Sensationen aufgebaut, doch zog er die beiden wie jedes Jahr an. Ten war gerade dabei den Trick vorzuführen, in dem er zwei Münzen in eine einzige Münze des zusammen gezählten Wertes verwandelte. Doch Sven kannte den Trick schon und riss Knut mit zum Stand der Wüstenprinzen. Hier führte eine mit edelsten Stoffen verschleierte Person einen Feuerschluckertrick vor. Die zusehende Menge war erstaunt und applaudierte euphorisch. Doch hielt es die beiden nicht lange dort, sie wollten mehr sehen. Bald trafen sie auf die große Bühne vor dem Rathaus Darmlings. Hier gab gerade das Musikduo Wildsau eine fröhliche Melodie zum besten.

Die beiden drängten sich etwas durch die Menge um besser zuhören zu können. Sie standen dann solange dort, bis das Duo sein Lied beendet hatte, alle klatschten und lauthals nach einer Zugabe riefen, da das Musikduo bekannt dafür war, dass sie ihre wirklich guten Lieder erst bei der Zugabe anstimmten, so eitel wie sie waren. Nachdem auch dieses Lied dem Ende zuging, beschlossen Sven und Knut später wieder zu kommen, aber zuallererst die anderen Stände etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, da es doch jedes Jahr etwas Neues zu sehen gab.

Sie schlenderten also gemütlich durch die Menschenmengen, als sie einige ihrer Schulkameraden trafen, die gerade in Richtung des Hunderennens unterwegs waren, das es ebenfalls auf dem Jahrmarkt gab. Die beiden gingen neugierig mit ihnen mit und sahen dann vier junge, muskulöse Hunde, die mit heraushängender Zunge in einer Kreisbahn Runden rannten und dabei von lauter Leuten in jedem erdenklichen Alter angefeuert wurden. Knut wollte zwar ein paar Münzen verwetten, doch blöderweise war das Rennen gerade fertig, als er überhaupt erst den zuständigen Mann dafür gefunden hatte. Da das nächste Rennen wohl erst starten würde, nachdem sich die ermüdeten Hunde etwas ausgeruht hatten, machten sich die beiden wieder auf den Weg zu einem der Stände, bei denen es wie jedes Jahr Süßigkeiten wie in Schokolade getunkte Früchte oder gebrannte Mandeln, gab als Sven zufälligerweise auf einen alten Mann aufmerksam wurde, der irgendwie unheimlich aussah und bei ihm eine Gänsehaut auslöste.

Der

Alte stand zwischen zwei Ständen und beobachtete unauffällig das ganze Geschehen um ihn herum. Sven ging seiner Angst zum Trotz und um seine Neugier zu stillen langsam auf den alten Mann zu, der einen langen grauen Bart hatte, den er ihn seinen zerschlissenen Gürtel gesteckt hatte, damit er wohl nicht immer beim Gehen herumschwang. Dazu trug er einen Mantel, der ihm fast bis zu den Füßen hinunterreichte und wohl schon einige Jahre auf dem Buckel hatte und Schuhe, die jeweils vorne ein Loch hatten und seine Zehen raussehen ließ. Eigentlich sah er so ziemlich normal aus, wie ein alter Mann nun eben ausschaut, aber irgendwas hatte er an sich, dass seltsam war, nur konnte Sven nicht sagen was. Knut war derweil weiter gelaufen, hatte sich aber, als er bemerkte das Sven verschwunden war, wieder umgedreht und Sven eingeholt, der nun einige Meter vor dem alten Mann stand und ihn neugierig anstarrte.

Langsam ging Sven auf den alten Mann zu, dieser schaute gerade einem kleinen Jungen nach dem sein Stock aus der Hand gerutscht war. "Werter Herr...?", sprach Sven, "Werter Herr, was tut ihr hier so alleine in dieser Gasse?" Der alte Mann regte sich nicht und schaute dem Jungen hinterher. Als Sven dann bis auf einen Meter herangekommen war und langsam einen Fischgeruch wahrnahm drehte sich der Mann plötzlich um. "Was willst du hier?! Ich habe kein Geld, hau ab!" Sven wich kurz zurück doch konnte er seine Neugier nicht zügeln, so fragte er erneut: "Werter Herr, was tut ihr hier so alleine in dieser Gasse", doch fügte er hinzu," Keine Angst, ich möchte sie nicht ausrauben." Doch der alte Mann antworte nicht. Dann wiederholte Sven das eben gesagt erneut, doch diesmal mit einem ernsteren Unterton. Dann begann der alte Mann: "Jungchen, hat man dir nicht beigebracht sich erst einmal vorzustellen?! Mein Name ist Ezekiel, Ezekiel Rotbusch, nun du!" Sven zögerte nicht lange und antworte "Mein Name ist Sven, Sven Bugbauer!" Zufrieden nickte der Mann, sein Mantel wehte dabei kurz im Wind. "Gut, gut...nun denn ich möchte dir erzählen was ich hier tue..."



"Ich war Seefahrer, Kaptain eines Schiffes, der Renma, ich hatte eine Mannschaft von 15 Leuten unter mir. Mit meinem Freund Siegbert suchte ich nach etwas neuem, etwas unbekanntes. So fuhren wir von hier, Darmling los gen Osten, der Himmel war klar und es wehte eine steife Briese, so waren wir bald außer Sichtweite des Festlandes. Ich saß in meiner Kajüte als ich in mein Tagebuch schrieb, dann hörte ich einen Schrei. Ich lief ans Deck und sah einige meiner Männer am Boden liegen. Einer von ihnen war Siegbert, ich rannte zu ihm und fragte was passiert war. Doch Siegbert stand unter einem Schock, er hatte irgendwas gesehen was unsere Vorstellungskraft überschritt. Ebenso ging es den übrigen 4 Männern. Ich brachte sie mit meinen übrigen 10 Männer in ihre Kajüten. Die nächsten Tage passierte nichts und es machte sich Frustration breit, Siegbert und die anderen 4 waren immer noch im Tiefschlaf und es war nichts in Sicht. Am 6. Tag unser Reise saß ich gerade bei Siegbert, er schlief auch jetzt immer noch seelenruhig. Doch plötzlich riss er die Augen auf. Wild artikulierend sprach er wirre Dinge und ich musste ihn zügeln. Dann besinnte er sich und erzählte mir kurzatmig was vor 4 Tagen geschehen war. Er sprach von einem Geist, einer Frau, sie hatte ein Schwert und griff das Schiff an. Mehr konnte er nicht sagen, oh hätte er doch mehr gesagt, es hätte uns viel Leid erspart. Abends saß ich dann mit der Mannschaft, bis auf Jörg, meinen ersten Maat, er hatte das Steuer übernommen, in der Kombüse. Die Männer waren frustriert, auch wenn die komatisierten Männer mittlerweile auch aufgewacht waren. Sie hatten Angst und ich konnte sie verstehen, nach de was Siegbert mir gesagt hatte hielt ich alles für möglich. Dann polterte Jörg die Treppe runter und rief in die Kombüse hinein..LAND IN SICHT! Die versammelte Mannschaft stand auf und rannte an Deck. Jörg hatte Recht, dort war Land in Sicht, eine riesige Insel! Sie war in Nebel getaucht, doch man erkannte, dass auf der Insel irgendetwas großes war. Voller Hoffnung ließen wir unsere Beiboote herunter und setzten zur Insel über.. Ich war der erste, der die Insel betrat und als alle aus den Booten waren hörten wir einen unheimlichen animalischen Schrei. Alle zuckten zusammen und einige wollte sofort zurück zum Schiff. Doch ich wollte es anders, wie töricht ich doch war... Die Zeit auf der Insel war die Hölle, 10 Männer starben oder verschollen. Völlig zerrüttet flohen wir nach 3 Tagen von der Insel.. Doch unser Schiff war verschwunden, mitsamt der 3 Matrosen auf ihr. So saßen Siegbert und ich verloren in dieser Nussschale von Boot..Nach einem Monat erreichten wir wie aus einem Wunder heraus das Festland. Wir hatten uns aus einem Stück Holz und einem Teil unser Kleidung eine Angel gebastelt und tatsächlich etwas gefangen. Wasser erhielten wir indem wir das salzige Meerwasser mit unser Kleidung siebten. So überlebten wir.. Am Festland kamen wir unweit von Darmling, in einer Nachbarstadt namens Tonter an Land, dort hielt man uns für wirre Kauze, wir waren aber vielleicht auch mittlerweile welche, das was wir auf der Insel gesehen hatten, hatte uns geprägt. Wir fanden nie zurück in unser altes Leben und Siegbert starb vor 3 Jahren an einer Verletzung die er auf der Insel erhalten hatte."


Sven hatte die ganze Zeit ohne zu Fragen zugehört und seine Augen wurden immer größer, dies merkte auch Ezekiel. Dieser zog als er fertig erzählt hatte ein Buch aus seinem Mantel und reichte es Sven. "Hier mein Junge, ich werde nicht mehr lange Leben und will dir das hier geben, tu damit was du willst. Glaub mir oder halte mich für einen Spinner.." Sven nahm das in Leder gebundene Buch in seine Hände und schlug es auf. Danke, mein Herr. Ich halte sie für keinen Spin.." Sven konnte nicht ausreden, hinter ihm stand plötzlich Knut, der ihn endlich gefunden hatte. "Hey Sven, was machst du denn hier?! Ich hab' dich gesucht". Sven erwiderte: "Ich habe mit Ezekiel geredet!", Sven drehte sich und wollte zwischen die Stände zeigen...Doch Ezekiel war verschwunden, als ob er dort nie gelebt hatte, doch Sven hatte das Buch in der Hand und stotterte: " Aber er war da, ich habe das Buch hier von ihm..."

Knut wusste nicht genau, was er davon halten sollte, doch da Sven ein Buch in der Hand hielt, beschloss er seinem Freund einfach zu glauben und fragte dann neugierig weiter: "Was hat denn der alte Mann zu dir gesagt und was steht in dem Buch?", Sven erzählte ihm in kurzen Sätzen, was der alte Seemann ihm erzählt hatte und schlug Knut dann vor, sich irgendwohin zu setzen, wo sie in Ruhe das Buch anschauen konnten. So machten sie sich auf den Weg zu einem der Zelte, bei denen es Getränke und Essen gab und setzten sich an einen der Tische und bestellten sich jeweils ein großes Glas Met. Sven schlug dann die erste Seite des Buches auf - es stellte sich als Logbuch heraus - und las die Seite vor, auf der in schwarzer, teilweise etwas verschmierter Tinte stand:

Schiffslogbuch der Renma von Ekeziel Rotbusch

1. Tag, momentaner Kurs ONO - 5 Knoten Geschwindigkeit

Alles verlief ganz normal, die Abreise wurde nur durch wenige, schnell behebare Zwischenfälle verzögert, doch wir konnten rechtzeitig die Anker lichten. 15 Mann sind auf meinem Schiff stationiert, von denen ich behaupten kann, dass sie alle mutige Männer sind und auf der Suche nach einer neuen Insel, nach neuem Land, einfach etwas Unbekanntes, sehr nützlich sein werden.

2. Tag: momentaner Kurs ONO - 4,5 Knoten Geschwindigkeit

Noch immer läuft alles besser als ich erwartet hätte, wir haben noch immer eine gute Geschwindigkeit, doch entdeckt haben wir noch nichts außer Wasser. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass dort draußen etw...

Ekeziel hatte mitten im Satz aufgehört zu schreiben und Sven meinte nachdenklich zu seinem Freund: "Ich glaube das war als einige seiner Mannschaft etwas gesehen haben..", Knut nickte und drängte ihn dazu, dass er weiterlesen sollte. Als Sven umblätterte bemerkte er, dass Ekeziel einige Tage nichts mehr geschrieben hatte, doch dann hatte er an dem einen Tag, an dem sie die Insel gefunden hatten, das hatte der alte Mann auf jeden Fall erzählt, wieder einen Eintrag gemacht

6. Tag: Kurs NO - Geschwindigkeit 3 Knoten

Die Geschichte der Frau mit dem Schwert, die mir Siegbert erzählt hat, beunruhigte mich doch sehr, doch es war zu spät um umzudrehen, wir hatten uns ein Ziel gesetzt und das wollten wir erreichen. Nun ist es spät in der Nacht und wir werden gleich auf die Insel aufbrechen, die Jörg gesichtet hat. Sie schaut ziemlich unheimlich aus und die Männer sind genausso nervös wie ich, nur ein einziger Blick erweckt in einem schon ein gruseliges Gefühl, aber wir wollen diese Insel genauer anschauen, denn es hat nicht den Anschein, dass sie bewohnt ist..

"Ich

finde, wir sollten auch nach Osten segeln und diese Insel suchen!", rief Sven aufregt, schlug das Buch zu und sprang auf, wobei er dabei fast sein noch immer halbvolles Glas umgestoßen hätte. "Vielleicht liegt da ja ein Schatz oder wir finden eine unbekannte Spezies oder sonst irgendetwas, das es wert wäre entdeckt zu werden!", Sven malte sich aus, wie es wohl sein würde, wenn er mit einem Schatz von der Insel zurückkommen würde und alle würden ihn bejubeln, doch da meinte Knut zweifelnd: "Du vergisst aber, dass fast die ganze Mannschaft gestorben oder sonst wie verschwunden ist.." Sven dachte einen Moment nach, ließ sich aber nicht von seiner Idee abbringen, sondern sagte nur: "Ach was, ich glaub nicht, dass dieser Geist oder was es war noch da ist, das ist ja schon ewig lang her.." Er stand auf und zog Knut aus dem Zelt heraus, da er zum Hafen wollte um sich da ein Schiff zu suchen, der Jahrmarkt war ihm nun völlig egal, obwohl er sich schon wochenlang darauf gefreut hatte, er hatte nur noch ein Ziel - diese Insel.

Nach dem stürmischen Verlassen des Festzeltes mussten die beiden sich erst einmal orientieren. "Wo war jetzt die Büchsenbauerstraße", dachte Sven und schaute sich um. "Geroldgasse, Hecklandweg...aber keine Büchsenbauerstraße..", dachte er weiter. So mussten die beiden sich weiter durch die Jahrmarktbesucher schlängeln.

Nach ca. 10 Minuten erreichten sie dann endlich die Büchsenbauerstraße, sie ging geradewegs in Richtung Hafen, man konnte sogar schon das wundervoll blaue Meer sehen. Auf dem Kopfsteinpflaster der Straße sprinteten die beiden ein kurzes Stück. Doch dann hielt Knut Sven fest. "Mensch Sven, wieso laufen wir überhaupt? Der Hafen läuft uns nicht weg, wir können auch dorthin gehen!" Sven nickte, er war voller Aufregung und hatte fast alles um sich herum vergessen. Er wollte auf die Insel, komme was wolle.

Sie passierten gerade das letzte Haus der Büchsenbauerstraße, einen Kräuterladen, da stand plötzlich ein großer, breit gebauter Seemann vor ihnen. Er hatte ein großes Eichenfass auf seiner Schulter und schaute die beiden grimmig an, ging dann aber weiter. "Was wollte der denn?", flüsterte Knut Sven zu. "Ich habe keine Ahnung, mein Vater hat mir aber schon erzählt, dass Seemänner vollkommen anders sind.", erwiderte Sven.

Doch dann wendeten sie sich dem Hafen zu, das bunte Treiben, dass dort trotz Jahrmarkt herrscht überraschte die beiden sehr. Direkt vor ihnen lag ein Schiff namens "Zud" vor Anker, ein paar Matrosen beluden es gerade per Kran mit einigen Kisten, von einer, noch am Boden stehenden Kiste war der Deckel abgerutscht, so konnten Sven und Knut sehen was dieses Schiff transportieren sollte. Es waren Kartoffeln, doch irgendetwas anderes schienen sie auch zu transportieren. Denn der Kran hob gerade eine große längliche Kiste an Bord, sie sah zudem auch farblich ganz anderes aus. Im Gegensatz zu den vielen brauen Kosten und Säcken war sie vollkommen weiß. Dann fanden die beiden Freunde aber wieder zu sich, sie waren nicht gekommen um sich anzuschauen wie ein Schiff beladen wird. Denn sie wollten selbst ein Schiff organisieren.

So schlenderten die beiden weiter am Pier entlang. Irgendwann kamen sie zu einem Holzsteg an dem viele kleinere Schiffe anlagen. Vorne dran stand eine kleine Holzhütte, kaum größer als ein Mensch groß ist. Hier stand ein Mann mit einer seltsamen hohen Mütze rum. Die Mütze wurde trotz ihrer Größe nicht eingeknickt, da ihr Träger allem Anschein nach nicht größer als 1,50 Meter groß ist. Dann las Knut das Schild über dem Häuschen. "Schiffsmakler Jöger ohne Söhne" Knut machte Sven darauf aufmerksam und schon standen die beiden am Stand. "Öh Hallo, Herr Jöger. Meine Name ist Sven und dies ist mein Freund Knut und wir.." Sven wurde unterbrochen "..und ihr wollt ein Schiff kaufen um eine Reise zu unternehmen, richtig?", setzte der Mann Svens Satz fort. "Ja..Jaaa, genau das wollte ich sagen, woher..." Und wieder wurde er unterbrochen. "Woher ich das wusste? Jeder will ein Schiff für eine Reise kaufen. Ich bin vom Fach, ihr seid nicht die ersten. Aber gut gut, kommt mal mit" Der Mann verließ sein Haus durch die Hintertür des Häuschens. Als Sven und Knut ihn dann das erste mal vollkommen sahen mussten sie sich sehr zurückhalten nicht in ein riesiges Gelächter auszubrechen. Der, schon von vornherein klein wirkende Mann hatte sich Holzplatten, die passend zugesägt waren, unter seine Schuhe geklebt. So schien er in Wirklichkeit nur 1,30 Meter groß zu sein. Dies war zwar die Größe einen Zwerges, doch hatte er nicht annähernd die passende Statur. Er war dünn und eine kleine Spitznase. Zudem trug er längs gestreifte Klamotten.

Doch

dieser Mann schien etwas von Schiffen zu verstehen. Er präsentierte den beiden nach 15 Metern ein Schiff. Durch die Erzählungen seines Vaters kannte sich Sven ein wenig aus, hier handelte es sich um einen Einmaster ohne viel Komfort. "Also, das hier wäre mein erstes Angebot. Es ist schlicht aber schnell. Für 1000 Taler gehört es euch!". Doch Sven winkte ab, das war nicht das, was er suchte. "Ok ok, gehen wir zum nächsten Schiff", sagte der Mann. Während sie gingen, fragte Knut ihn wie er denn mit Vornamen heißt. "Fredgart, mein Vorname ist Fredgart, wieso wollt ihr das wissen?", erwiderte er. "Och nur so aus Interesse", antworte Knut mit einem Lächeln.

Dann stoppte der Mann wieder, sie standen vor einem größeren Schiff als zuvor, es handelte sich zwar immer noch um einen Einmaster, doch war dieser deutlich größer und hatte genug Platz für eine weite Reise. "Das hier ist.." Diesmal wurde Fredgart unterbrochen "Können wir das Schiff besichtigen?", warf Sven ein. "Äh ja sicher, folgen sie mir"

Per Strickleiter kletterten die 3 das Schiff hoch, hierfür musste Fredgart allerdings seine Schuhe ausziehen, diese Tatsache schien ihn nicht allzu erfreuen, doch er wollte ja etwas verkaufen. Oben auf dem Deck angekommen, legte Fredgart auch gleich los und erklärte alles was ihm zu dem Schiff einfiel. Knut musste sich diesen Schwall antun. Sven schaute sich derweil das Schiff auf eigene Faust an. Es besaß eine kleine Kombüse, zwei Kajüten, einen relativ großen Lagerraum und eine, für ein Schiff, recht gute sanitäre Anlage. Zufrieden wollte Sven zu Knut gehen, der mit Fredgart mittlerweile in der Kombüse stand gehen und sein Kaufabsicht bekannt geben, doch kaum dort angekommen zog Knut Sven an sich heran. "Sven, der will 5000 Taler für das Schiff, wo sollen wir das Geld auftreiben?" Sven war erst einmal geschockt, er hatte noch nie von einer so großen Summe gehört. "Entschuldigt, werter Fredgart. Aber ich glaube wir müssen uns noch einmal zurückziehen und uns beraten.. "Wie die Herren wünschen", sprach der kleinwüchsige Mann.

Bei Verlassen des Schiffes sah Sven, den auf dem Schiff aufgemalten Namen....Koof..


So verließen Sven und Knut den Steg und verabschiedeten sich bei Fredgart. Etwas entfernt, allerdings noch in Sichtweite zu dem Schiff setzten sich die beiden, mit den Füßen gen Meer baumelnd auf die Pierkante. Was sollen sie tun, wo sollen sie diese Masse an Talern herbekommen...?

Die beiden saßen einige Minuten grübelnd am Hafen, starrten aufs Meer hinaus und sahen den Möwen zu. Dann brach Sven schließlich das Schweigen und schlug vor: "Wir sollten am Besten zu meinem Vater gehen, vielleicht macht er einige Taler locker..", da Knut im Moment auch keine bessere Idee hatte, machten sich die beiden also zu dem Geschäft von Svens Vater auf, dass gleich in der Nähe war, da er vor allem Seile für die Seefahrer herstellte. Da Sven sich hier ziemlich gut auskannte, führte er Knut in eine der vielen Seitengassen hinein, die auch am Tag fast so dunkel war wie in der Nacht, die eine Abkürzung zu dem kleinen Laden sein sollte. Die beiden wurden aber gleich durch ein Rudel kämpfender Hunde aufgehalten, das verbissen miteinander kämpfte. Nachdem sie sich mühsam an einer Wand herumgedrückt hatten, die Gasse war wie viele andere sehr schmal, liefen sie schließlich mit schnellen Schritten zum Geschäft. Als sie es schließlich erreicht hatten, blieben sie kurz stehen, fast außer Atem, da sie doch schneller gerannt waren als sonst. Das Geschäft von Svens Familie war schon ziemlich alt, schon Svens Urgroßvater hatte es betrieben, Sven konnte sich noch an die Tage erinnern, an denen er als kleines Kind immer die vielen verschiedenen Seile bestaunt hatte und des öfteren mit seinen Freunden Fesselkünstler und dergleichen hier gespielt hatte.

Ein großes, aus Eisen gegossenes und reichlich verschnörkeltes Schild hing über der Ladentür, auf dem in langsam schon verblichenen Lettern "Bugbauers Seile" stand und im großen Schaufenster, das von Svens Mutter wöchentlich geputzt wurde, damit wenigstens etwas in dieser Straße nach Sauberkeit aussah, waren lauter Seile in Knoten von allen erdenklichen Varianten verknotet worden. Sven würdigte das Schaufenster aber keines Blickes, da er es schon hunderte Male gesehen hatte, sondern öffnete die große Ladentüre, auf deren Innenseite ein Blatt Papier festgemacht war, auf dem die Öffnungszeiten des Geschäftes standen. Sven und gleich hinter ihm Knut, betrat den Laden, wobei ein leises Glöckchen klingelte, das Besucher ankündigte. Svens Vater, der hinter der Ladentheke stand, sah von seinen Buchführungen auf und blickte die beiden durch seine Brille, die er immer beim Lesen auf der Nase trug, freundlich an. Er war noch etwas größer als Sven, hatte schon angegraute Haare und trug einen dunkelblauen Kittel, der ihn an einen Schuster erinnern ließ, über einem karierten Hemd und einer dunklen Hose. "Ach, ihr seid es, wartet kurz, dann habe ich Zeit für euch..", die beiden Jungen nickten und sahen sich derweil im Laden um.

Der

Verkaufsraum war ursprünglich eigentlich recht groß, doch durch die vielen Seile und allerlei Krimskrams, der sich in den Jahren angesammelt hatte, war der Raum immer weiter geschrumpft und stellte jetzt ein enges, aber doch anheimelndes Geschäft dar, dass vor allem die Seemänner wegen der guten Qualität, aber auch die Bauern zu schätzen wussten. Auf der Ladentheke stand eine große, uralte Kasse, von der nicht einmal Svens Großvater das Alter wusste, sie war einfach schon immer da gewesen, funktionierte aber noch tadellos. Gleich hinter der Theke war links eine Türe, hinter der die Werkstatt war und wo Svens Vater, der mit Vornamen Lars hieß genauso wie sein Vater, die Seile gemeinsam mit seinem Gehilfen Zacharias Nordhorn herstellte. Neben der Tür war eine alte, etwas morsche Treppe, die bei jedem Schritt knarrte und dringend erneuert werden sollte, doch Lars hatte irgendwie schöne Erinnerungen daran hängen, und so schob er die Erneuerung immer wieder vor sich her. An den Wänden hingen haufenweise Bilder, die zum Teil Erklärungen von Knoten beinhalteten oder Familienfotos der Bugbauers waren. Auf dem Boden lag ein großer Teppich, der ziemlich ausgewaschen war und neben der Ladentheke standen einige Hutschachteln aufeinander gestapelt, die mit Geschäftsbüchern, das wusste Sven, vollgestopft waren.

Schließlich war sein Vater wohl fertig mit seiner Überprüfung und klappte das Buch mit einem lauten Knall zu. Er legte seine Brille neben die Kasse, musterte die beiden kurz und fragte sie: "Na, was wollt ihr denn hier? Braucht ihr noch Geld für den Jahrmarkt? Habt ihr etwa schon alles bei den Glücksspielständen ausgegeben?"

"Aber nein Herr Bugbauer, auf dem Jahrmarkt haben wir sogar eine Kleinigkeit bei einem Hunderennen gewonnen. Es geht vielmehr um einen Plan den wir haben..", sagte Knut, Sven setzte den Satz fort. Sein Vater schaute die beiden unterdessen neugierig an. "Ja Papa, ich bin auf dem Markt einem Mann begegnet, er hat mir von einer Insel erzählt und mir sein Logbuch gegeben. Jetzt waren wir eben bei "Schiffsmakler Jöger ohne Söhne", wir haben tatsächlich ein wunderbares Schiff gefunden das wir beide ohne weiteres manövrieren könnten. Aber uns fehlt noch die klingende Münze. Mit Knut komme ich auf gerade mal 253 Taler.."

"Und da soll ich euch jetzt aushelfen habt ihr euch gedacht. Oder habe ich das falsch rausgehört?" Die beiden nickten leicht verlegen doch bejahten es dann doch. "Doch erzählt mir erst mal was ihr euch von dieser Insel versprecht. Das was ihr mir bisher erzählt habt reicht mir nicht um euch blauäugig meine Taler zu übergeben". Daraufhin erklärten die beiden kurz und knapp alles was sie vorhatten und gehört haben. Interessiert und begeistert hörte sich Svens Vater die Geschichte an. Mit leuchtenden Augen antwortete er: "Ach Jungs, wenn ich doch noch einmal so jung und unbeschwert wäre wie ihr, ich würde glatt mitsegeln. Aber ich kann hier nicht einfach weg...Aber ich werde euch unterstützen was die Vorbereitungen angeht!" Er öffnete die Kasse mit einem lauten 'Pling'-Geräusch öffnete sich die alte Kaufmannskasse und Sven bekam ganze 500 Taler in die Hand gedrückt. "Mit offenem Mund und Augen schaute sie auf das Geld herab und verstauten es sogleich tief in ihren Taschen. "Aber Jungs, das ihr mir ja aufpasst das euch nichts passiert. Aber eine Frage habe ich noch, 1000 Taler soll euer Schiff kosten, aber habt ihr euch überhaupt Gedanken über die Nebenkosten eurer Reise gemacht? Das kann noch bis zu 300 Taler oben drauf werden." Das Staunen der beiden über die von Svens Vater ausgehändigte Talermenge verwandelte sich in eine erstarrte Miene.

Insgeheim

brachen die beiden zusammen und sahen es schon hoffnungslos diese unrealistisch hohe Menge an Talern aufzubringen. Doch dann ermutigte Svens Vater sie wieder. "Keine Sorge Kinder, ich werde mal mit meinen Kumpeln hier im Hafen reden und schauen was ich ohne Talergegenleistung für euch aufbringen kann. Jetzt haut aber mal ab und schaut nach wo ihr noch ein wenig Geld herbekommt. Ich muss mich erst mal weiter um das Geschäft kümmern."

So verließen die beiden, sich verabschiedend, den Laden und betraten nach einigen Meter wieder das offene Hafengebiet. Nun rätselten sie erst einmal was sie tun könnten um ihre Kasse zu füllen. Als erstes fiel ihnen der Geldverleiher ein, dort schien schnell an viel Geld heranzukommen sein. So machten sich die beiden wieder auf flotten Füßen auf den Weg zum Geldverleiher, leider lag dieser recht weit entfernt. Nämlich hinter dem Rathaus im Dorfkern.

Die beiden mussten erst zurück zum Jahrmarkt, da sie, wenn sie diese Strecke nahmen, am Schnellsten zum Haus des Geldverleihers kamen. Natürlich waren mittlerweile dementsprechend viele Leute unterwegs, die alle auf den Jahrmarkt wollten. Sven und Knut mussten sich durch die ganzen Massen drängen, was sie nicht gerade schneller ihr Ziel erreichen ließ. Nachdem sich die beiden einmal fast aus den Augen verloren hätten, als auf einmal laut eine Auktion ausgerufen wurde und so lauter Leute an ihnen vorbeistürmten, beschlossen sie, doch lieber einen Umweg zu machen, da es nichts brachte, sich überall durchzudrängeln.

Nachdem sie wieder in eine der Seitengassen eingebogen waren, kamen sie deutlich schneller voran, auch wenn sie einmal fast von einem Schwall Schmutzwasser, der gerade von jemandem aus einem der oberen Fenster der Häuser geschüttet wurde, getroffen worden wären. Nach zwanzig Minuten, die beiden Jungen waren ziemlich schnell gerannt, standen sie schließlich atemlos vor dem prachtvollen Haus des Geldverleihers. Es war gerade erst renoviert worden und sah dementsprechend eindrucksvoll aus. Die beiden holten noch einmal tief Luft und betraten dann den Geschäftsteil des Gebäudes. Der Innenraum war ähnlich eindrucksvoll eingerichtet wie das Gebäude selbst, man merkte schon beim Betreten, dass es dem Geldverleiher selbst nicht an Geld fehlte. Fast alles, was nur vergoldet werden konnte, war vergoldet worden und so sah der Laden etwas zu sehr prunkvoll aus, was dem Geschäft schon wieder einen kitschigen Hang gab, den wohl keiner wirklich schön finden konnte.


Der

Mann selbst, er war sehr klein und dick, hatte ein teures Gewand an, was sein Gesicht mit den kleinen Schweinsäugelein und dem kahlen Kopf, der nur noch mit ein paar Haaren gesäumt war, nicht wirklich schöner machte. Er war gerade damit beschäftigt einen großen Haufen mit Talern, die auf dem Tisch lagen, zu zählen. Er war damit so beschäftigt, dass er sie zuerst gar nicht bemerkte, doch als Sven leise hustete, um auf sich aufmerksam zu machen, sah er sie stirnrunzelnd an. "Was wollt ihr? Seht ihr nicht, dass ich sehr beschäftigt bin?", fragte er sie unfreundlich, da er wohl nicht daran glaubte, dass so junge Menschen, ernsthaft etwas von ihm wollten. Sven und Knut sahen sich zweifelnd an, denn sie fragten sich, ob dieser Mann ihnen denn auch wirklich Geld leihen würde. Schließlich räusperte sich dann Sven und antwortete ihm: "Tut mir leid euch bei eurer Tätigkeit gestört zu haben, doch wir möchten von euch gerne Geld leihen." Der Geldverleiher sah sie mit einem fast ungläubigen Blick an, "Wieso sollte ich euch Geld leihen? Wer garantiert mir denn, dass ich es überhaupt jemals wieder zurückbekomme?"

Die beiden sahen sich abermals an, bis Sven leise antwortete: "Naja, wir wollen nur ein paar hundert Taler ausleihen und wir werden es ganz bestimmt zurückbringen. Wir brauchen es für ein Schiff, das wir kaufen wollen um auf Seereise zu gehen." Der Geldverleiher überlegte kurz und meinte dann: "Nun gut, doch wer wird für euch bürgen? Ich muss schließlich auf mein Geld achten, damit ich es auch wieder zurückbekomme.", daraufhin sagte Sven wie aus der Pistole geschossen: "Mein Vater wird sicher für uns bürgen, wir werden euch euer Geld auf jeden Fall zurückgeben, das verspreche ich euch! Ihr müsst uns nur 400 Taler leihen."

Der Mann starrte noch mal kurz auf seinen Münzberg auf der Theke und ging schließlich nach hinten in den nächsten Raum, wo vermutlich sein Tresor stand, nicht aber ohne einen misstrauischen Blick auf die beiden zu werfen, da er sie kurz mit seinem Geld alleine lassen musste. Nach einigen Minuten, die beiden hörten zwischendurch ein lautes Scheppern und ein lautes Fluchen, wobei die beiden das Grinsen nicht ganz unterdrücken konnten, kam der Mann mit einem weiteren Beutel wieder zu ihnen. Er schob das Geld, das bisher auf der Theke gelegen war, beiseite und leerte den Beutel aus um ihn kurz zu zählen. Nachdem er - zufrieden mit dem Ergebnis - fertig war, schob er die vielen Taler wieder in den Beutel und hielt ihn Sven hin. "Das sind genau 400 Taler, ihr müsst mir noch etwas unterschreiben und euch mit meinen Zinsen einverstanden erklären, dann ist alles geregelt." Sven und Knut warfen kurz einen Blick in den Beutel, dann nickten sie, glücklich darüber, dass sie das nötige Geld so schnell auftreiben konnten. Sie waren beide der festen Meinung, dass sie auf der Insel wohl den einen oder anderen Schatz finden würden und daher nachher soviel Geld hatten, dass der Betrag, den sie am Schluss zurückzahlen mussten, wohl kein Problem mehr werden würde. Der Geldverleiher holte aus einer der Schubladen von der Theke noch einen Vertrag und eine Feder heraus. Er reichte sie Sven, damit er unterschreiben konnte. Sven unterschrieb ohne zu zögern den Vertrag, ohne überhaupt darauf zu achten, dass der Geldverleiher sie wohl hintergehen könnte.

Nachdem das alles geklärt war, verließen die Jungen so schnell wie möglich wieder das Geschäft des Geldverleihers und rannten abermals so schnell wie es ging zum Hafen zurück um Svens Vater zu berichten, dass sie das nötige Geld auftreiben hatten können.

Auf dem Rückweg konnten sie ihre Erfahrung vom Hinweg ausgezeichnet nutzen. Sie mussten sich nirgends durchdrängeln, wenn auch vor einem Hund flüchten. Doch dies brachte sie schlussendlich nur noch schneller ans Ziel.

Diesmal

gingen sie auch ohne Umwege zur Seilerei von Lars Bugbauer. Mit dem selben Türklingel wie bei dem ersten Besuch an diesem Tage betraten sie den Laden. Doch Svens Vater befand sich nicht mehr hinter der Ladentheke oder überhaupt im Laden. Zacharias war augenscheinlich gerade im Lager und holte einige Taue, denn eines der Regale, was vorhin noch gefüllt war, war nun vollkommen geleert. So dachte Sven insgeheim, dass diese Seile für ihn und Knut waren.

Knut war dann aber der erste, der nach Zacharias rief. "Herr Nordhorn? Sind sie hier?" Für einen Moment trat wieder eine Totenstille ein doch dann hörte man die Lagertür quietschend aufgehen. Zacharias betrat, mit einigen Seilen bepackt, wieder den Verkaufsraum und schaute die beiden Jungs freudig an. "Jungs, ihr wollt doch sicher zu Lars, oder?" Die beiden nickten und Sven bejahte zusätzlich "Tja, da muss ich euch leider enttäuschen. Er ist vor einer halben Stunde gegangen und hat irgendwas von wegen Karlsson und Kisten gesagt. Ich muss zugeben, dass ich nur halb hingehört habe"

Sven erinnerte sich an einen Böttchermeister namens Karl Karlsson, so antwortete er: "Ah sehr gut, dann wissen wir Bescheid, danke Zacharias!" Zacharias nickte kurz und packte dann endlich die Seile weg, bevor er noch aufgrund des Gewichts zusammensackte. Dann verließen Sven und Knut auch schon den Laden. Doch jetzt war ihr Ziel vorerst nicht mehr Svens Vater, sondern der Schiffsverkäufer. Sie hatten mittlerweile genug Taler zusammen und fühlten sich immer unbehaglicher dabei soviel Barwert mit sich herum zu tragen, so hatten sie vor von diesem Geld das Schiff zu kaufen. Nach einem kleinen Fußmarsch kamen sie einmal kurz ins stocken. Vor einem Schiff hatte sich trotz des Volkfestes ein kleiner Pulk mit Leuten gebildet. Doch handelte es sich nicht um Menschen, sondern um Zwerge von weit aus dem Norden. Sie waren mit prachtvollen Rüstungen behängt und trugen edle Waffen. Man merkte sofort das jemand Besonders auf dem Schiff sein muss, dieses besaß als Galeonsfigur einen Drachenkopf mit einem abgebrochenen Horn. Die Zwerge schienen sich gerade zu streiten was sie tun sollten. Einige schienen laut zu brüllen, dass es jetzt wichtig sei Proviant zu kaufen, andere wollten auf das Volksfest und von dem örtlichen Bier kosten. Wiederrum andere wollten ihren 'Boss' zum Rathaus bringen.

Sicherheitshalber gingen Sven und Knut mit einem gewissen Abstand an den Zwergen vorbei, sie hatten viele Geschichten über sie gehört und diese waren nicht alle positiv, viele erzählten über die Kaltblütigkeit von Zwergen, wenn es um Geld ging, ebenso ihre Verschlagenheit in dieser Angelegenheit.

Nur wenige 100 Meter hinter den Zwergen befand sich schon der Steg des Schiffsverkäufers, er saß wieder in seiner Hütte und schaute gelangweilt zu den Zwergen hinüber. "Hallo, werter Herr, wir sind es wieder. Wir haben die Taler zusammen!" Der Mann schaute auf und rieb sich die Hände. "Gut gut die Herren, dann hole ich mal die Besitzurkunde.." Er verließ sein Hütte und wankte auf seinen hohen Schuhen zu einem Haus mit einer Galeere als Gemälde auf der Hauswand. Sven und Knut blieben derweil bei der Hütte stehen.

Nach 5 Minuten kehrte der Mann mit einer Schriftrolle zurück und stellte sich wieder in das Häuschen. "So, da haben wir das gute Stück ja. Hier müsst ihr unterschreiben, aber erst mal her mit dem Geld!" Sven und Knut holten jeweils 2 Säcke hervor. Wobei Knut die deutlich schweren erwischt hatte. Auf dem Tisch im Rückraum des Häuschens zählte er die Taler schnell und überzeugte sich stichprobenartig über ihre Echtheit.

Nach 10 Minuten war er fertig mit zählen und seine Finger hatten sich vom ganzen Münzenschieben gerötet. "Schön, 1000 Taler. So kommen wir ins Geschäft, dann unterschreibt mal!" Knut war der erste der unterschrieb, Sven folgte. Man sah dabei auch das Knut eine kleine Klaue hat, was seine Schrift angeht. Sein K sah aus wie ein H. Nachdem die beiden unterschrieben hatten unterschrieb der Verkäufer und der Deal war perfekt.

Die beiden hielten nun die Besitzurkunde zu ihrem eigenen Schiff in der Hand.

Natürlich

wollten sie zuerst zu ihrem Schiff um es noch mal unter den Augenschein zu nehmen. Sie mussten ja noch eine Liste aufstellen, was sie alles brauchten und noch beschaffen zu hatten. Knut borgte sich deshalb gleich von dem Schiffsverkäufer einen Zettel und eine Feder, damit sie alles aufschreiben konnten, was ihnen auffiel, das noch nicht auf dem Schiff war. Mit Papier und Feder bewaffnet gingen die beiden also auf ihr eigenes Schiff und inspizierten noch mal alles, wobei ihnen nach einer halben Stunde die Hand vom Schreiben wehtat, soviel hatten sie entdeckt, was sie mitnehmen wollten. Nachdem sie sich sicher waren, dass sie auch wirklich alles haarklein aufgeschrieben hatten, beschlossen sie Svens Vater aufzusuchen und sich mit ihm zu beraten.

Da Sven seinen Vater schon in der Hafentaverne vermutete, machten sich die beiden schnurstracks auf den Weg dorthin. Die Taverne lag nur einige hundert Meter entfernt, mit direkter Aussicht aufs Meer. Wie Sven richtig geraten hatte, war sein Vater wirklich dort, umringt von einigen Seeleuten, die Knut und Sven kannten. Sie diskutierten scheinbar über äußerst interessante Dinge, da alle erregt durcheinander redeten. Als die beiden eintraten, drehten sich aber alle zu ihnen um und die Jungen wurden gleich mit zahlreichen Fragen bombardiert, wieso sie denn um Himmels Willen eine unbekannte Insel suchen wollten. Die alten Seemänner wussten die Antwort zwar eh schon, da sie doch aus dem gleichen Grund immer wieder zur See hinausgetrieben wurden, doch fragen konnte ja nie schaden - es war reine Neugier auf das Unbekannte, dass sie trieb.

Da die Seeleute die beiden Jungen gut kannten und sie auch mochten, überschütteten sie sie mit guten Tipps, was man bei Sturm tun sollte, oder wie man am Besten ein Riff umsegelte und sonst allerlei Dinge, die man beachten sollte in gefährlichen Situationen.

Was Knut und Sven aber am Meisten freute, waren die Geschenke, die die abgehärteten Seeleute ihnen machten. Knut bekam einen guten Kompass geschenkt, Sven eine ausgezeichnete Seekarte, auf die ein alter Mann seinen Bart schwor. Der Bart reichte übrigens bis auf den Boden hinunter und schleifte bei jedem Schritt hinterher. Auch sonst bekamen sie noch allerlei Dinge geschenkt, die sie brauchen konnten und ihre Liste wurde immer kürzer, bis sie nur noch eine handvoll Dinge selber kaufen mussten, für das ihr Geld auch locker langte.

Schlussendlich hatte jeder einzelne Seemann, der in der Taverne war, den zwei Abenteurern entweder haufenweise gute Tipps gegeben oder ihnen irgendetwas für die Reise mitgegeben. Sven musste sich schließlich einen großen Jutesack vom Wirt leihen, da sie so viele Dinge bekommen hatten, dass sie es gar nicht alles tragen konnten. Svens Vater Lars hatte das Ganze mit einem Schmunzeln betrachtet, "Na, was habe ich euch gesagt, jetzt habt ihr schon fast alles, was man auf so einem Abenteuer benötigt.", Sven und Knut strahlten und bedankten sich glücklich bei jedem einzelnen.

Sie verließen schwer bepackt die Taverne wieder, gefolgt von Lars, der sie zu ihrem neu erstandenen Schiff begleitete, da er es ebenfalls begutachten wollte und gegebenenfalls die Liste der beiden Abenteurer ergänzen wollte.

Auf

dem Schiff schaute sich Lars zuallererst das Deck an während sein Sohn und Knut im Aufenthaltsraum die geschenkten Sachen ausbreiteten, eintrugen und ihre Liste dementsprechend ausfüllten. Von einem stämmigen Mann von mindestens 2 Metern Größe bekamen sie sogar eine ganze Kiste mit Trockenbrot geschenkt, diese brachte Knut auch bei ihrer Ankunft auf dem Schiff sofort in den Laderaum.

Nach 10 Minuten gründliche Besichtigung des Schiffsdecks kam Lars endlich in den Aufenthaltsraum und setzte sich neben Sven um die bisher angefertigte Liste zu begutachten.

Lars merkte sofort, dass noch einiges fehlte, so zum Beispiel Planen, Seile und sonstige Utensilien zum Flicken von Netzen, sowie Waffen zur Selbstverteidigung. Ein Kanone suchte man auch noch vergeblich, für den Fall das sie Freibeutern begegneten wären sie nahezu hilflos. "Ich sehe schon Jungs, ihr braucht noch einiges für diese Ungewisse Reise... Gehen wir jetzt erst mal durchs Hafendistrikt um von eurem übrigen Geld weitere Ausrüstung zu kaufen. Schließt also die Türen hier ab und sichert die Leiter."

Gesagt getan, die 3 verließen das Schiff und machten sich auf zu den Läden des Hafens. Die Zwerge, die sich vor kurzem noch lebhaft vor ihrem Schiff unterhalten hatten waren mittlerweile auch verschwunden, lediglich einige Kisten, die als Sitzgelegenheit gedient haben, erinnerten an die Versammlung.

Lars führte Sven und Knut zuerst zu einem Geschäft namens "Leinen von Hein". Hierbei handelte es sich um ein kleinen Laden mit direktem Blick aufs Meer. Im Inneren des Laden befanden sich ein paar kleine Regale sowie ein Tresen hinter dem sich Wandhohe Regale erstreckten. Sie waren, genauso wie die kleinen, mit zusammengefalteten Leinentüchern gefüllt. Dann ergriff Lars das Wort: "Hein, alter Haudegen, komm wach auf, ich habe ein Anliegen." Langsam erhob sich jemand hinter der Theke, Knut hatte diese Person als einen Haufen Lumpen gehalten. Diese Person, von Lars Hein genannt, trug einen fülligen weißen Vollbart und eine seltsame, stark gealterte, Mütze.

"Bist du das Lars?", fragte der Mann und rieb sich die Augen. Dann begriffen Sven und Knut, dieser Mann ist nicht kurzsichtig oder hatte sonstige körperliche Gebrechen, er war schlicht und ergreifend schlaftrunken. "Ja ich bin’s Hein, ich brauche für die beiden jungen Herren hier ein paar einfache große Leinentücher. Sie wollen auf eine große Reise gehen und sammeln gerade ihre Ausrüstung zusammen. Hein nickte und drehte sich wortlos um. Er begann in den großen Regalen hinter ihm Stoffe heraus zu ziehen.

Er zog 2 große Leinen heraus und breitete sie auf seiner Theke aus. "Wieviel Leinen soll es denn sein? Das hier sind 30 m² Leinen, für solch junge Abenteurer verlange ich 50 Taler für sie." Lars verwies für die Antwort auf Sven und Knut. "Werter Herr...", fing Sven an. "Oh wie unhöflich von mir, mein Name ist Hein Hobermann, fahr fort..", ergänzte Hein. "In Ordnung, also Herr Hobermann, wir haben lediglich 151 Taler übrig und müssen noch einiges organisieren. Können sie uns nicht vielleicht ein günstigeres Angebot machen?"

Hein schloss die Augen und stützte seinen Kopf auf seinen rechten Arm. "Hmm, hmm....ok Jungs, ihr kriegt die Stoffe für 25 Taler. Aber auch nur wenn ihr mir bei euer Rückkehr alles schön ausführlich erzählt!" Sven nickte zufrieden und Knut holte die 25 Taler hervor. Im Austausch nahm er die Leinen an sich...

Glücklich verließen die 3 den Laden und machte sich auf zur Schmiede.

Die Schmiede, bei der es Kanonen und allerlei sonstige Waffen zu kaufen gab, war ebenfalls nicht weit entfernt, denn diese Waffenschmiede war besonders auf die Waffen eines Schiffes spezialisiert. Als die drei die Schmiede betraten, kam ihnen gleich die Hitze des Ofens entgegen und sie wurden fast von einem der arbeitenden Lehrlinge über den Haufen gerannt, der ein Stück glühendes Eisen mit dem entsprechenden Werkzeug vor sich hielt und in ein Wasserbecken tunkte.

Der

Schmied selbst war ebenfalls ziemlich beschäftigt. Er baute gerade mit einem seiner Leute die Gussform einer Kanone zusammen, während zwei andere gerade dabei waren, das Eisen zu schmelzen um es nachher einzugießen. Nichtsdestotrotz sah der Schmied, er war groß, breit gebaut und sehr muskulös und besaß wohl gute Ohren, auf, als er sie hereinkommen sah. Er sagte noch kurz etwas zu seinem Gehilfen, der dann nickte und kam auf sie zu. "Oh hallo, was führt euch in meine bescheidene Werkstatt?", fragte er mit seiner tiefen, brummigen Stimme, die zu seinem Äußeren ausgezeichnet passte.

Die Jungen schauten sich um und fanden die Schmiede zwar nicht gerade sehr bescheiden, denn sie war größer als jede andere, die sie bisher gesehen hatten, ließen sich aber nichts anmerken. "Nun, wir wollen von euch Waffen und eine Kanone kaufen..", sagte Sven und schaute interessiert zu, wie die Gussform für eine Kanone in die richtige Position gebracht wurde. "Da kann ich euch natürlich helfen, was für eine wollt ihr denn haben? Eine große, mittlere, kleine oder eine vollkommen andere Größe?" Knut und Sven hatten natürlich keine Ahnung, was für Kanonengrößen denn man für ein Schiff brauchte, doch Lars nahm ihnen die Entscheidung ab, indem er dem Schmied erklärte, was für ein Schiff sie hatten und für was sie die Kanone genau brauchen würden. Der Schmied hörte ihm aufmerksam zu, runzelte aber die Stirn, als er hörte wieviel Geld sie nur noch hatten.

"Hm nun ja..mit sowenig Geld kann ich euch nicht gerade eine gute Kanone verkaufen und ob es dann auch noch für Waffen reicht, da bin ich mir auch nicht mehr ganz so sicher." , da er die beiden aber nicht vor den Kopf stoßen wollte, überlegte er kurz, doch dann meinte er: "Wenn ich mich richtig entsinne, habe ich noch eine Kanone, die ich nicht verkaufen kann, da sie beim Gießen etwas Misslungen ist. Sie funktioniert einwandfrei, doch sie sieht nicht gerade gut aus, deswegen finde ich keinen Käufer. Ich kann sie euch für einen niedrigen Preis überlassen, wenn euch das nicht stören sollte."

Die beiden konnten es kaum fassen, was für ein Glück sie heute hatten, es schien ihnen, dass ihre Reise unter einem guten Stern stand, so gut wie alles lief. Sie erklärten sich natürlich dazu einverstanden und verließen die Schmiede schließlich mit einer Kanone, die sie hinter sich herzogen und einigen Waffen, die sie ebenfalls sehr günstig bekommen hatten. Da sie keine Lust hatten, die Kanone noch in die nächsten Geschäfte, die sie noch besuchen wollten, mitzunehmen, machten sie wieder einen Zwischenstopp bei ihrem Schiff um ihre eingekauften Utensilien abzuladen. Dann machten sie sich wieder auf den Weg zu einer Krämerei um dort die restlichen Dinge, die sie noch brauchten zu kaufen.

Im Krämerladen des alten Togden fanden Sven und Knut, die sich für den letzten Einkauf noch einmal von Lars getrennt haben, diverse Dinge die auf den ersten Blick größtenteils einen geringen Nutzen hatten. Allerdings sehr preisgünstig waren, sodass die beiden eine ganze Kiste für nur 10 Taler voll bekamen. Der alte Togden schenkte den beiden, als er erfuhr weswegen sie so aufgeregt waren, sogar noch eine alte Münze mit Motiven einer anderen, den beiden vollkommen fremden, Kultur. Es handelte sich um eine flache, leicht wellige, Goldmünze.

Während

Knut auf dem Rückweg die Kiste trug, schaute sich Sven immer wieder die Münze an und wurde ganz still. Er wusste ja von seinem Vater, dass man den alten Togden nicht für voll nehmen sollte, aber irgendwie hatte er ein seltsames Gefühl... So merkte Sven erst, dass sie bei ihrem Schiff angekommen waren als Knut ihn darauf aufmerksam machte, dass er doch bitte beim heraufziehen der Kiste helfen könnte. Doch als Sven die Strickleiter hoch zum Deck kletterte, sah er seinen Vater oben schon am Seil ziehen. Die Sonne befand sich in all ihrer Schönheit direkt hinter ihm, sodass Sven geblendet wurde und innehielt.

"Da seid ihr ja wieder Jungs, kommt schnell hoch, ich habe eine Überraschung für euch!" So kletterte Sven weiter und Knut überließ die Kiste der Obhut von Lars. Als Knut das Deck erreichte, hatte Lars schlussendlich mit Sven die Kiste sicher nach oben befördert. Dann entdeckte Knut etwas neben der Tür zum Schiffshaus, hier lagen diverse Seile fein aufgerollt. "Sind die etwa für uns?", fragte Knut freudig erregt. "Jep, die sind für euch!", antwortete Lars mit einem Grinsen. Der seit dem Krämerladen stille Sven lief noch vor Knut zu diesen Seilen und sah, dass es sich hierbei um die besten Seile seines Vaters handelt. Sie waren nicht nur aus einfachem Hanf, sie bestanden aus diversen feinen Stahlfäden, die in regelmäßigen Abständen eingewebt wurden.

Nachdem Knut und Sven sich die Seile geschultert hatten trugen sie sie in den Laderaum, Lars trug derweil die Krämerkiste. Als die 3 wieder zurück im Aufenthaltsraum waren checkte Lars noch einmal die Liste "Verpflegung....Ausrüstung...." Am Ende kam er zu dem Schluss, das sein Sohn und dessen Freund nun tatsächlich für 500 Taler die gesamte Liste abarbeiten konnten. Dann war es kurz wieder bedrückend still, alle wussten, dass das Schiff nun bald ablegen wird und das Abenteuer beginnen wird.

So beschlossen die drei sich nun um das Klarmachen des Schiffs zu kümmern und anschließend das Lager umzuräumen. Zu später Stunde aßen die drei noch ein letzte Mahlzeit aus feinstem Fleisch und köstlichen Erdäpfeln. Gegen 23 Uhr verabschiedete sich Lars und Knut sowie Sven legten sich in ihre Kajüten.

Die Kajüten waren glücklicherweise ziemlich geräumig und auch die Kojen waren verhältnisgemäß bequem, sodass die beiden Jungs eigentlich recht schnell schlafen hätten müssen. Tausende Gedanken stoben jedoch in ihren Köpfen herum und so warfen sie sich noch stundenlang von einer Seite auf die andere, ohne auch nur etwas Ruhe zu finden. Schließlich dämmerte es und die Sonne ging mit strahlendem Wetter auf, der Tag schien wie gemacht um ein Abenteuer zu beginnen. Die Jungs hatten schließlich doch noch einige Stunden Schlaf gefunden, waren jedoch schon beim ersten Sonnenstrahl, der über den Horizont schimmerte, aufgestanden. "Hm, wir haben eigentlich alles erledigt, außer uns noch zu verabschieden..", sagte Knut zu Sven, nachdem sie nochmal das Lager inspiziert hatten um sicherzugehen, ob sie auch wirklich alles hatten. "Ja, das Schlimmste kommt erst noch. Ich glaube, dass könnte unangenehm werden..", antwortete ihm Sven nachdenklich und dachte an seine Mutter und Geschwister.

Trotzdem

blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich noch von ihren Eltern und Geschwistern zu verabschieden, deshalb machten sie sich gleich auf um erst zu Knut nach Hause zu gehen und anschließend noch zu Sven. Sie schlenderten durch die Stadt, da sie es diesmal nicht so eilig hatten ihr Ziel zu erreichen. Schließlich erreichten sie aber doch das kleine Haus, indem Knut und seine kleinen Geschwister mit seinen Eltern wohnte. Es war zwar nicht unbedingt das größte, doch seine Mutter hatte ein Händchen für Pflanzen. Sie hatte überall wunderschöne Blumen gepflanzt und so lenkten sie von dem Haus ab und die Leute blieben scharenweise stehen um den Garten zu bewundern und zu beneiden. Knut öffnete zaghaft die Türe des Hauses und wurde mit einem traurigen Blick seiner Mutter bedacht, die zum Eingang gekommen war, als sie die beiden gehört hatte.

Knut erwartete schon fast, dass seine Mutter ihm die Reise verbieten würde, doch sie sagte nur: "Hier, ich habe dir noch deine Kleider eingepackt, geflickt habe ich auch noch einige, damit du genug hast. Proviant und ein paar Kekse sind auch dabei. Ich hoffe, du kommst heil zurück.", sie umarmte ihn und gab ihm eine große Tasche, voll mit Dingen, an die er und Sven natürlich nicht gedacht hatten. "Danke, das hätte ich natürlich alles vergessen.", sagte Knut und drückte seine Mutter nochmal, die mittlerweile kaum noch ihre Tränen zurückhalten konnte, da sie ihren ältesten Sohn nun bald verlieren würde. "Ich komme auf jeden Fall wieder zurück und dann bringe ich einen Schatz mit!", versuchte Knut sie aufzumuntern. "Ja, das wirst du auf jeden Fall.", meinte seine Mutter. "Nun geh und verabschiede dich noch von den anderen und dann könnt ihr ablegen..", Knut nickte, schaute seine Mutter noch mal zweifelnd an und rannte die Treppe hinauf um sich bei seinen Geschwistern und seinem Vater zu verabschieden. Auch sein Vater gab ihm noch einige nützliche Dinge mit und wünschte ihnen viel Glück auf ihrem Abenteuer. Dann verließen Knut und Sven jedoch das Haus um sich noch von Svens Familie zu verabschieden, die ebenfalls gleich in der Nähe wohnte.

Als

Sven und Knut in Sichtweite von Svens Zuhause kamen, sahen sie bereits Svens ganze Familie, die vor der Haustüre versammelt auf die beiden wartete. Sven schluckte, als er daran dachte, dass er seine kleinen und großen Geschwister nun vielleicht monatelang nicht mehr sehen würde und auch seine Eltern und Großeltern nicht. Er wollte aber unbedingt diese Insel erkunden, also nahm er sich zusammen und setzte ein fröhliches Gesicht auf, damit seine Mutter nicht noch trauriger wurde, als sie schon war. Sie sah nämlich nicht gerade glücklich aus, sondern hielt seine kleinste Schwester auf dem Arm. Sie streichelte der Kleinen gedankenverloren über den Kopf, während sie ihn anblickte. "Tut mir leid, dass ich nicht zuerst daran gedacht habe, dich zu fragen.", meinte Sven zerknirscht zu seiner Mutter. "Nun ja, du bist jung und du hast nur Abenteuer im Kopf, da denkt man nun einmal nicht immer an seine alte Mutter.", sagte sie augenzwinkernd zu ihm. Sie setzte seine kleine Schwester auf dem Boden ab und küsste ihn auf die Stirn. "Ich wünsche dir viel Glück, finde deinen Schatz und vor allem komm wieder in einem Stück und gesund wieder. Versprich mir das!", sagte sie zu ihm und schaute ihn an. "Ich verspreche es dir.", antwortete Sven ihr und umarmte sie fest. Dann wandte er sich seinen Geschwistern zu, die ihn traurig einer nach dem anderen drückten und ihm eine große Büchse Kekse für die Reise gaben.

Sein Vater hatte beschlossen, dass er ihnen noch beim Ablegen helfen wollte, deshalb machten sie sich zu dritt, Sven und Knut hatten wieder allerlei Dinge zu tragen, die sie noch mitnehmen mussten, in Richtung Hafen auf um noch an diesem Tag ihr Abenteuer zu beginnen.

Schon bald kamen sie dann auch am Hafen an. Das Meer lachte den dreien schon entgegen. Die Sonne stand noch tief und setzte das Blau, auf dem Knut und Sven alsbald segeln wollten in ein wunderschönes Licht. Alles im Hafen wirkte unglaublich friedlich, so wie auf einem Bild wie Großvater es immer in seiner Wohnstube hängen hatte, dachte sie Sven. Doch langsam aber sicher kamen sie ihrem Ziel, dem Schiff immer näher.

Auf ihrem Weg konnten sie allerdings auch noch einige Dinge aus ihrer Stadt sehen. So zum Beispiel der Trupp Zwerge, die sie während ihres ersten Besuches des Schiffsverkäufers von ihrem Schiff stiegen, sie sind nun wieder dabei Proviant einzuladen und somit das Schiff klar zu machen. Aber auch der stämmige Mann mit dem Sven und Knut am Tag an dem sie Ezekiel trafen fast zusammenstießen befand sich auf einem kleinen Boot und bereitete es fürs ablegen vor. Sein Schiff war ein gutes Stück kleiner als das von knut und Sven, doch es hatte immerhin eine kleine Galionsfigur in Form eines Mannes mit Stierkopf, eines so genannten Minotauren. Dies machte dieses kleine Schiff sehr eindrucksvoll...

Doch

schon bald sagte Svens Vater, schon fast beiläufig, das sie am Schiff angekommen waren. Mit vereinter Kraft hievten sie die letzten Paar Dinge auf das Schiff und verstauten es in den Räumen. Zu Ende hin fragte Svens Vater immer wieder nach ob die Jungs wüssten was sie tun wenn das und das passiert. Sie setzten schon ein Grinsen auf, da alle merkten das es gleich Abschied sagen hieß. Es war Sven, der sich an die Reling stellte und seinen Vater zu sich rief. Die beiden sahen ein letztes Mal gemeinsam auf das Meer und dann umarmte er die beiden zum Abschied, kletterte die Strickleiter hinunter und stellt sich auf den Steg. Die beiden Jungs sind derweil auf den Mast geklettert und waren kurz davor das Segel zu öffnen. Mit einem zischen war es dann auch schnell unten und die beiden kletterten in Seelenruhe wieder hinunter. Als sie unten waren löste Svens Vater die Taue, die das Schiff mit dem Steg und somit dem Festland verbunden. Sven stand am Bug und Knut am Steuer, es ging los, die Reise begann.

Svens Vater am Ufer konnte nur noch Winken als sich das Schiff in Bewegung setzte. Doch Knut und Sven hatten kein Ohr mehr für ihn, für sie ist nur noch ein Ruf hörbar. Der Ruf des Abenteuers! So setzte sich ihr Schiff mit vollen Segeln in Richtung weiter Ozean, der Insel und anderen Abenteuern, von denen die beiden zu dem Zeitpunkt noch nichts ahnen konnten, in Bewegung.


Kapitel 1

Das Schiff entfernte sich mit stetiger Geschwindigkeit vom Ufer und die beiden Jungs schauten doch noch einmal zurück zu ihrer Heimat, die sie jetzt für längere Zeit verlassen würden. Die Stadt kam ihnen von ihrem Schiff aus viel größer vor als sonst und sie schauten doch etwas wehmütig Svens Vater nach, der immer kleiner wurde und langsam hinter dem Horizont verschwand, bis er garnicht mehr zu sehen war. Nachdem auch nicht einmal mehr das höchste Gebäude der Stadt zu sehen war, konzentrierten sich die Jungs wieder völlig auf ihr Ziel, nämlich die Insel zu finden.

Die

beiden versicherten sich darüber, dass das Schiff den Kurs halten würde, den sie ansteuerten und gingen dann unter Deck um noch einmal das Buch anzuschauen, dass sie von Ezekiel bekommen hatten und der einzige Wegweiser war, den sie hatten. Knut folgte Sven in die Kajüte, die sie kurzerhand zur Kapitänskajüte ernannt hatten, auch wenn sie eigentlich keinen richtigen Kapitän hatten. Sven trat auf den Tisch zu und öffnete eine der zwei Schubladen, die unter der Tischplatte waren, holte das Buch heraus und schlug es auf. Die beiden beugten sich darüber und lasen noch einmal die wichtigsten Zeilen und beratschlagten sich darüber, ob sie auch wirklich den richtigen Kurs hatten, doch da sie sich nicht ganz sicher sein konnten, folgten sie ihrem bisherigen Kurs weiter.

Knut legte das Buch wieder an seinen bisherigen Platz und sie gingen wieder an Deck um die Segel zu überprüfen und das Schiff auf Kurs zu halten. Sven übernahm dieses Mal das Steuer, während Knut vorne am Bug stand und die Fische beobachtete, die vor ihnen flüchteten. Auf einmal sah er etwas riesiges, dunkles unter dem Schiff auftauchen und sprang erschrocken zurück. Ein riesiger Wal tauchte plötzlich aus dem Wasser auf und brachte das Schiff mit den riesigen Bugwellen, die er verursachte zum Schwanken. Knut konnte sich gerade noch an der Reling festhalten, sonst wäre er über Bord gefallen und im Meer untergetaucht.

Sven

war ebenfalls ruckartig aus seinen Tagträumen aufgewacht und mit der Nase an das Steuer gestossen, was ihm heftiges Nasenbluten einbrachte. Er fluchte laut los und hielt sich die Nase, während er nach Knut rief, der hastig angerannt kam und Svens Unfall grinsend ansah. "Das hast du nun davon, wenn du träumst, anstatt aufzupassen.", sagte er nur, während er das Steuer übernahm, damit Sven unter Deck gehen konnte um seine blutende Nase zu versorgen. Sven schaute ihn nur böse an und ging leise fluchend unter Deck.

Nach ungefähr zehn Minuten tauchte Sven schließlich wieder von der Kajüte auf und Knut bekam fast einen Lachanfall, da Sven notgedrungen einfach ein riesiges Pflaster auf seine Nase geklebt hatte um die Blutung zu stoppen. Er sah so natürlich ziemlich dämlich aus, was ihn aber nicht daran hinderte auf den Mast zu klettern und dort von ganz oben das Meer zu betrachten. Sven nahm den Kompass aus seiner Hosentasche, den er seit gestern nicht mehr herausgenommen hatte und stellte erstaunt fest, dass sie doch schon einige Stunden unterwegs waren. Er wunderte sich, wie schnell die Zeit auf dem Meer doch verging und kletterte dann, nachdem er noch einmal kurz in alle Richtungen geschaut hatte, wieder herunter um die ganzen Knoten überall zu überprüfen, da er nicht wollte, dass gleich am ersten Tag etwas schiefgehen sollte. Er ging ersteinmal zu Knut, der ja notgedrungen das Steuer übernommen hatte, um selbigen Bescheid zu sagen, dass er unter Deck gehen würde um etwas zu Essen vorzubereiten. Durch die Holztür, die Deck und Unterschiff verbund, verschwand er dann auch schon im inneren des Schiffs.

In

der Kombüse angekommen überlegte er nun was er machen könnte. Da sie ja noch nicht sehr lange unterwegs waren bot sich das frische Fleisch das sie kurz vor Abreise noch gekauft hatten an. Aus dem provisorisch eingerichteten Kühlraum holte er so ein mittelgroßes Stück vom Rind. In der Küche zerteilte er es kleine Scheiben und brachte das Drittel, das überblieb, zurück in den Kühlraum. Auf diesem Weg holte er einige Kartoffeln aus dem Lagerraum um sie anschließend in der Küche zu schälen und anschließend zu braten. Allerdings zeigte sich durch einen kleinen Schnitt in den rechten Daumen schnell, dass Sven eher bewirtschaftet wurde als das er selbst öfters kochte. Doch nach einer halben Stunde konnte er Knut zum Essen rufen, dieser klemmte wieder ein Holzstück so unter das Steuerrad, das es nicht verzog und sie total vom Kurs abbrachte.

Am Tisch der Kombüse konnte Knut sehen was sein Freund so gekocht und gebraten hatte. Es gab Bratkartoffeln, Schnitzel wie Knut sie von Svens Mutter kannte und als 'Soße' warmes Fett aus der Pfanne. Trotz der fehlenden Gewohnheit im Kochen von Sven stellte sich im Essen heraus, dass er jedenfalls perfekt einschätzen konnte wieviel er für die beiden auftischen musste, auch wenn es nicht so schmeckte wie zu hause. Satt und glücklich machte sich Knut dann aber wieder aufs Deck zum Steuer, Sven spülte derweil Geschirr und Pfanne, diese allerdings nicht mit dem so kostbaren Trinkwasser, sondern mit Meerwasser, das er zuvor mit einem Eimer an einem Seil aus dem Meer gefischt hatte.

Es war nun ca. 5 Uhr und es zogen dünne Wolken am Horizont hervor als Sven es sich am Bug bequem machte und das Logbuch des alten Ezekiel nach kleinsten Hinweisen durchforste. So fand er nach langer Suche und Zusammensetzung einzelner Texte herraus, das er damals nach einem Tag in der Nacht schweißgebadet aufwachte, allerdings keine Erinnerung hatte weswegen... Doch auch die ganzen Bemerkungen, die Ezekiel in den Tagen auf See in sein Logbuch geschrieben hatten blieben Sven nach mehrmaligem Lesen in Erinnerung. Als er das Buch dann nach einer Stunde zuklappte fiel ihm ein das er ja auch mal sein Logbuch beginnen könnte. Auch die Seekarte sollte nun einmal gezeichnet werden damit sie ihren Kurs zurückverfolgen konnten. Hierfür holte er Knut ein mal wieder vom Steuer weg, er sollte sie zeichnen, da er ja auch den Verlauf der Reise am besten nachvollziehen konnte.

Mit

feinen Strichen zeichnete er die Route ein und vermerkte einen kleinen Strudel der kurz vor der Aufzeichnung auftrat. Sven konnte demnach ein paar Aufzeichnungen für den ersten Tag auf See vermerken und legte es neben sein Bett. An Deck übernahm Sven nun das Steuer um Knut zu entlasten, der ja schon den halben Tag hier verbracht hat. Dieser hatte es sich nun am Heck direkt hinter Sven gemütlich gemacht. Er vertrieb sich die Zeit indem er ein wenig schnitzte. Nach ca. 3 Stunden kam eine grobe Form für ein kleines Model ihres Schiffs herraus. Da es nun aber so langsam aber sicher dunkel wurde und keiner der beiden Nachtschicht schieben wollte raften sie das Segel und stellten das Steuerrad fest. So konnten sie trotz fehlendem Ankergrund in ungefähr ihre Position halten. Doch erwarteten sie auch keine große Verschiebung da es gen Nacht immer ruhiger wurde und es nicht nach einem Unwetter oder sonstigem aussah.

So gesichert gingen die beiden noch in die Kombüse für ein kleines Abendbrot, doch zog es sie trotzdem schnell in ihre Betten, das Leben auf einem Schiff war anstrengender als erwartet. In ihren Betten schliefen sie dann auch schnell ein, obwohl Knut hierbei zuerst ins Reich der Träume entschwand, er stand heute auch deutlich mehr, irgendwann folgte ihm dann auch bei den leichten Wellenklatschern am Rumpf Sven ins Land der Träume, die Nacht hat die beiden ergriffen.

Die

beiden Jungs schliefen in ihren Kojen bis in die frühen Morgenstunden hinein und die Sonne gerade den Horizont erreicht hatte. Sven und Knut schauten benommen um sich, im ersten Augenblick verwundert, wieso denn ihre Betten im Wellengang schaukelten, bis sie mit einem Mal bemerkten, dass sie ja auf ihrem Schiff und auf dem Weg zu der unbekannten Insel waren.

Sie waren schneller aus dem Bett und angezogen als je zuvor und schon nach ein paar Minuten waren sie wieder auf dem Deck um die Segel wieder zu setzen und ihren Kurs weiter zu verfolgen. Sven ging auf die Backbordseite und Knut auf die Steuerbordseite und gemeinsam zogen sie mit einiger Anstrengung eines der beiden Segel hinauf. Nachdem sie die Taue, die das Segel hielten, so festgemacht hatten wie sie nur konnten, machten sie sich daran, das größere der beiden Segel zu setzen. Das erste Segel war schon schwierig gewesen, doch jetzt, mit aufkommendem Wind, war es fast unmöglich, das Segel mit nur vier Armen hochzuziehen. Knut und Sven zogen mit aller Kraft an dem Tau, doch der Wind war einfach zu stark und sie mussten es schließlich nach zwanzig Minuten angestrengten Versuches dabei belassen, nur eines der Segel zu verwenden.

Wie

Knut nach einigen Minuten bemerkte, war der Wind mittlerweile so stark, dass sie auch so eine beachtliche Geschwindigkeit aufbrachten. Er stand an der Reling am Heck und blickte dem verschwindenden Meer nach, dass immer schneller hinter ihnen zurückblieb. Der Wind blieb den ganzen Tag so stark und sie legten eine Meile nach der anderen zurück. Die beiden Jungs hatten eigentlich den ganzen Tag nichts weiter zu tun, als gelegentlich den Kurs zu korrigieren und ansonsten saßen sie auf dem Boden neben dem Steuer und spielten Karten, wobei Knut so gut wie immer gewann, da Sven einfach ein schlechter Spieler war und Knut mit nur einem Blick wusste, ob Sven gute oder schlechte Karten hatte.

Nachdem sich der Himmel langsam färbte und die Sonne hinterm Horizont verschwand, machten Sven und Knut sich auf um die Segel zu reffen und ihren zweiten Tag auf dem schier endlos scheinenden Meer zu beenden. Während die beiden Jungs tief und fest nach dem weiteren Tag auf dem Meer schliefen, zog in einem imensen Tempo der Sturm auf. In nur kürzester Zeit war der sternenklare Himmel mit schwarzen Gewitterwolken bedeckt und nicht einmal der Vollmond, der in dieser Nacht aufgegangen war, konnte durch die Wolken dringen. Das Meer wurde immer unruhiger und immer größere Wellenberge türmten sich auf, bis auch die zwei Jungs erschrocken aufwachten als das Schiff einen Satz machte, nachdem es über einen besonders großen Wellenberg gefahren war.

Knut

und Sven zogen sich schnell was über und stürmten aufs Deck. Prasselnder Regen, der mittlerweile eingesetzt hatte, goss sich sofort über sie herab und sie waren in nur wenigen Minuten bis auf die Haut nass. Sie rannten auf dem Deck herum und packten alles was nicht niet- und nagelfest war und schmissen es die Luke hinab, damit es nicht über Bord geschwemmt werden konnte. Nach zehn Minuten hatten sie alles, was sie finden konnten unter Deck gebracht und die Segel gesichert, damit ihnen nichts passieren konnte. Als sie sich noch einmal kurz umgeschaut hatten, aber sicher waren, nichts vergessen zu haben, gingen sie unter Deck um sich etwas anderes anzuziehn. Nach ein paar Minuten saßen sie dann in einem der Räume - mit trockener Kleidung - und beratschlagten sich darüber, wie sie es machen sollten, damit sie nicht noch einmal so knapp einem heftigen Sturm entronnen und ihr Schiff noch kaputt ging.